Die Kunst ist eine einzigartige Geliebte. Otto Hellmeier hatte gleich zwei Geliebte: die Musik und die Malerei. Beiden hielt er lebenslang die Treue. Seine Bescheidenheit und sparsame Lebenshaltung kam seiner Kunst zugute. Sein Fleiß und seine hohe Begabung in den beiden Bereichen bescherten ihm große Erfolge, sodass er ein Nachlassvermögen hinterließ, das es ermöglichte, das Kulturhaus in Raisting zu errichten. Sein Ringen um Wahrheit und Schönheit des künstlerischen Ausdrucks brachten ihm hohe Anerkennungen ein. Seine Motive als Maler aus dem bayerischen Alpenvorland sind gleichzeitig seine Spezialität. Er überrascht mit grauweißen Schneedecken in der Moorlandschaft um den Ammersee ebenso wie über Wolkenbänke vor der blauen Himmelswand. Sein Reichtum an Motiven reicht über Stilleben bis hin zu Portraits.

Otto Hellmeier ist in Weilheim im Jahre 1908 geboren. Nach dem Besuch der höheren Schule startete er ein Ingenieurstudium, das er aber bald einstellte. Die Musik war seine Geliebte geworden. Er studierte am Münchner Konservatorium und nach dem Abschluss der Studienzeit war er bald ein gefragter Instrumentalist, der bedeutenden Orchestern angehörte und anlässlich Sendungen des Bayerischen Rundfunks als Solist bekannt wurde.

Aber die Malerei fesselte ihn noch mehr, sodass er sich entschloss, nicht als Autodidakt zu agieren, sondern suchte berühmte Lehrer wie Carl Otto Müller und Professor Wilhelm Funk. Mit innovativer Sicherheit erklomm er weitere Höhen des malerischen Könnens. Reisen in das europäische Ausland: Schweiz, Österreich, Italien und Frankreich brachten seine Sehnsucht nach der Ferne zur Ruhe, ohne dass die geliebte oberbayerische Heimat gelitten hätte . Die langjährige Mitgliedschaft in der Königlich Bayerischen Privilegierten Künstlergenossenschaft von 1868 zeugte ebenfalls von dem mittlerweile bekannten und berühmten Maler. Aber zwei Geliebte waren auf Dauer zu viel. Otto Hellmeier musste sich entscheiden: Die Malkunst war schon wegen der erstaunlichen Nachfrage aus dem In- und Ausland an die vorderste Stelle gerückt und er übte sie aus bis ins hohe Lebensalter. Eine Malerstaffelei, Leinwand und Farben begleiteten ihn sogar noch in das Bürgerheim der Stadt Weilheim, in dem er seine letzten Monate vor seinem Tod im Dezember 1996 zugebracht hatte.

Das Andenken des Malers aus dem Fünfseenland wird noch viele Jahre in der Bevölkerung nachklingen, zumal die 1991 ins Leben gerufene Stiftung Otto-Hellmeier nicht nur die Freude an den einzigartigen Gemälden vermitteln will, sondern auch ihren Beitrag zur Krebsforschung im oberbayerischen Raum nachhaltig leistet.